Montag, 29. Dezember 2008

Winter und Weihnachten...!

Schneechaos
Wie schon angedeutet, ist es hier in der letzten Woche viel kälter gewesen als normal. Seit etwas über einer Woche versinkt Vancouver mehr oder weniger im Schnee. Die Mengen hat es wohl seit den 60ern nicht mehr gegeben und die Stadt ist überhaupt nicht auf dieses Wetter vorbereitet. Nicht einmal in Downtown sind die Straßen geräumt und es ist im Augenblick sehr abenteuerlich von A nach B zu kommen. Obwohl es schon wieder um die 0°C sind, hat sich an den Schneemassen nicht viel geändert. Man steht hier im Moment locker knietief im Schnee...

Deswegen hab ich mich dann doch nem interessanten Trend angeschlossen, der gerade wirklich Sinn macht: Ich habe mir Gummistiefel gekauft. Das ist hier momentan "der letzte Schrei" und ich hab mich am Anfang doch etwas lustig über diese neuste Mode gemacht...bis letzte Woche...mittlerweile liebe ich es, in meinen neuen "Rubber Boots" durch den Schnee und die Pfützen zu stapfen... ;-)

Weihnachten
Markus hat mir wirklich das größte Weihnachtsgeschenk damit gemacht, dass er Weihnachten hier geblieben ist. Nochmal tausend Dank dafür!!! Wir haben uns nen kleinen Plastiktannenbaum gekauft und obwohl unser Weihnachtsdinner doch sehr schlicht aussah (Lasagne und Kartoffelsalat), haben wir ohne zu Trödeln knappe drei Stunden im Canadian Superstore verbracht. Es dauert einfach ewig, um sich da zurechtzufinden. Einfach zu groß für mich und ich hab mir wirklich für den Augenblick nen schönen kleinen Aldi oder Rewe herbei gewünscht. Aber ich will mich nicht beklagen, das hab ich mir schließlich selbst ausgesucht...



Da ich auch noch das Glück hatte, in der Weihnachtswoche frei zu haben, waren es wirklich tolle Feiertage und es war meine erste richtig weiße Weihnacht...! :-)

Abschied, die Dritte
Leider sind die drei Wochen mit Markus wieder viel zu schnell vergangen und gestern hieß es dann zum mittlerweile dritten Mal Abschied voneinander zu nehmen, weil es für ihn nach fast fünf Monaten im Ausland wieder nach Deutschland geht...Das sind wirklich Momente, in denen ich mich frage, warum ich das hier mache. Aber das Leben hier wird mich schnell wieder einholen und es warten mit Sicherheit noch viele tolle Monate auf mich...

Skifahren...gar nicht so einfach!

Kurz vor Weihnachten war ich das erste Mal in meinem Leben Skifahren - auf dem Grouse Mountain, quasi direkt um die Ecke. Hätte mir Markus den Skipass nicht zum Geburtstag geschenkt, weiß ich nicht, ob ich in diesem Leben nochmal auf Skiern gestanden hätte. Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter: Es war klarer Sonnentag nach einer der kältesten Nächte, die Vancouver seit Jahrzehnten gesehen hat (heißt -15°C). Im Vergleich zu anderen kanadischen Städten sicherlich noch recht mild, für die Verhältnisse hier aber sehr ungewöhnlich. Vom Grouse Mountain hat man einen Blick über Downtown Vancouver, was natürlich nochmal ein zusätzliches Highlight war.


Meine Skifahrkünste schwankten allerdings zwischen "gar nicht so schlecht" und "total verbissen und verkrampft"... Als ich dann nachmittags doch den Dreh etwas raus hatte (ich dachte das zumindest), hab ich mich bei der Abfahrt doch ziemlich verschätzt - mit großem Glück im Unglück. Ich war leider zu schnell dafür, dass es mein erster Tag auf Skiern war, und bin ziemlich unglücklich gestürzt. Mein Ski scheint sich nicht richtig aus der Bindung gelöst zu haben und hat mir beim Sturz das Knie so verdreht, dass ich nur ein lautes "Pop" gehört habe. Im ersten Moment dachte ich nur: "Ok, das war's jetzt mit Kanada, du kannst den Rückflug buchen". Nach zwei Minuten kam dann aber auch schon die Ski Patrol und hat mich erstmal durchgecheckt und mir hochgeholfen. Als ich gemerkt habe, dass ich ohne große Schmerzen stehen und gehen konnte, war ich erstmal total erleichert. Ich wurde dann trotzdem von der Patrol in den Medical Room gebracht (das hat mir die erste Fahrt auf nem Schneemobil beschert) ;-), musste noch ne Reihe von Fragen beantworten und der Skitag war damit leider viel früher vorbei als gedacht. Am nächsten Tag habe ich dann auch vom Arzt Entwarnung bekommen: Alle Bänder sind heil und ich muss mein Knie nur etwas schonen. GOTT SEI DANK! Gerade nochmal gut gegangen...

San Francisco

So, mittlerweile ist es wirklich höchste Zeit für nen neuen Post in meinen Blog...Wie der Titel schon erahnen lässt ging es Anfang Dezember für vier Tage nach San Francisco. Ich hab mich riesig auf diesen Tag gefreut. Zum einen, weil ich noch nie dort war und diese Stadt schon immer mal sehen wollte, und zum anderen - und in dem Moment für mich noch wichtiger - war das Wiedersehen mit Markus! :-)

Gleich nachdem wir aus der U-Bahn kamen, standen wir vor einer der Cable Car End-Stationen und es ist wirklich witzig anzusehen wie die Cable Cars noch von Hand gewendet werden. Nachdem wir erstmal all unseren Kram im Hotel abgeliefert hatten, ging es dann gleich auf zur ersten Cable Car-Fahrt und ich war wirklich mehr als unentspannt, weil ich mich krampfhaft an dem Ding festgehalten haben, aber trotzdem Fotos während der Fahrt machen wollte. Ich hab mich schon mit samt Kamera den Berg runterkugeln sehen...was natürlich nicht passiert ist...! Puh...!

Wir sind ganz bis zur Bucht runtergefahren, wo wir gleich einen ersten Blick auf Alcatraz und vor allem die Golden Gate Bridge erhaschen konnten. Und wieder war es ein Moment, in dem ich dachte zu träumen..."Wow, vor dir ist die Golden Gate Bridge...ja, und zwar die echte und kein Poster...!"

Am nächsten Tag haben wir uns erstmal Räder ausgeliehen und sind an der San Francisco Bay entlang geradelt, über die Golden Gate Bridge, dann mit dem Schiff zurück und noch etwas durch Downtown San Francisco (was bei den ganzen Hügeln entweder Umwege oder einiges an Kraft erfordert). Das war mein erster "Nikolaustag" mit Sonnenschein und ca. 15 °C, obwohl der Wind entlang der Bucht sein übriges tat und Handschuhe dann doch ganz praktisch waren.

Ansonsten haben wir uns noch die typischen Touristen-Attraktionen angeschaut, wie den Fisherman's Wharf, die Transamerica Pyramid, die Painted Ladies am Alamo Square und die Lombard Street als kurvenreichste Straße der Welt. Und ich bin das erste Mal nach fast elf Jahren wieder Schlittschuh gelaufen. Nach den ersten Anfangsschwierigkeiten ging es dann so gut, dass ich etwas übermütig wurde und mich dann zwei Minuten vor Ende der Session noch ordentlich langgemacht habe. *Autsch* Aber mehr als ein blaues Knie ist davon zum Glück nicht geblieben.

Den letzen Tag haben wir dann hauptsächlich mit Cable Car fahren verbracht, weil es - nachdem ich meine Angst da runterzufallen überwunden hatte - einfach nur totalen Spaß gemacht hat...