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Das wird mein bisher "höchster" Post in meinem Blog, ich sitze nämlich gerade 181 m über N.N. auf dem Vancouver Lookout. Aber mehr dazu später. Obwohl ich jetzt schon über einen Monat in Vancouver bin, hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, noch nicht wirklich viel von der Stadt gesehen zu haben. Das soll sich jetzt ändern. Da wir dieses Wochenende wirklich sehr schönes Wetter hatten, war dies die beste Gelegenheit für ein wenig Sightseeing.
Kitsilano Beach und Granville Island
Kitsilano, auch Kits genannt, ist ein ehemaliges Hippie-Viertel in Vancouver. Da wir erst am späten Nachmittag aufgebrochen sind und es nicht mehr lange hell blieb, haben wir uns das Viertel selbst nicht angeschaut, sondern sind einfach am Kitsilano Beach entlang spaziert mit einem wunderschönen Blick auf Downtown Vancouver und die Berge im Hintergrund. 
Die "Promenade" am Kitsilano Beach hat uns dann direkt in Richtung Granville Island, einer kleinen Halbinsel unterhalb der Granville Bridge zwischen Vancouver und Downtown Vancouver, geführt. Hier hat man die Möglichkeit, über den Public Market zu schlendern, kulinarische Köstlichkeiten zu kaufen und zu probieren, sich aber auch in kleinen Souvenirläden und Geschäften aller Art zu verlieren. Anschließend haben wir uns (damit meine ich Jana, ein deutsches Mädel, und natürlich mich, ich war auch dabei ;-) ) für geschlagene sechs Stunden in ein Studentencafé, -pub oder wie auch immer man es bezeichnen mag gesetzt und leckeren Kaffee, Kuchen, Bagels und Bier genossen...Obwohl die Stadt Vancouver mit über 500.000 Einwohnern und einer Metropolitan Area von über 2 Mio. EW sicher nicht zu den kleinsten Städten gehört, ist es nicht einfach nachts nach Hause zu kommen, weil die SkyTrain nur bis Mitternacht fährt und einem nur die Nachtbusse bleiben. Also habe ich von kurz vor eins bis bis kurz nach drei gebraucht, um nach Hause zu kommen, ein Pizza-Stopp inklusive...
Vancouver Lookout
Wie ich schon geschrieben habe, sitze ich gerade auf dem Vancouver Lookout (natürlich nicht drauf sondern drin) und es beginnt zu dämmern.
Auf dem Lookout hat man die Möglichkeit, sich mal einen 360°-Blick über die Stadt und das Umland zu verschaffen. Eigentlich eine der ersten Sachen, die man als Besucher machen sollte. Zwar ist die Aussichtsplattform nicht außergewöhnlich hoch, aber man hat bei gutem Wetter einen tollen Blick auf den Stanley Park, die teilweise schneebedeckten Berge, den Hafen, die Stadt selbst und die Nachbarstädte Burnaby (wo ich momentan noch wohne) und New Westminster.
Auf der Südseite konnte ich sogar Mount Baker in den USA sehen. Meine Karte gilt den ganzen Tag, ich werde also nachher nochmal wiederkommen, um mir die Stadt bei Nacht anzuschauen.
Ich habe außerdem noch eine andere tolle Entdeckung gemacht: Da Vancouver für Canada das ist, was Hollywood für die USA ist, laufen hier doch auch gerne mal die ein oder anderen Berühmtheiten rum. Und da der Grocery Store, in dem ich arbeite, ziemlich dicht an den teuren Hotels liegt, kommen einige doch gerne mal bei "uns" einkaufen. Nachdem mir meine Kollegin erzählt hat, dass sie schon Jessica Biel, Katie Holmes und einige andere bedient hat und das Owen Wilson wohl auch letztens da war, war ich erstmal aufgeregt wie ein kleines Kind. Ich hoffe, ich habe Glück und bekomme auch mal den ein oder anderen VIP zu Gesicht. Ich freue mich schon auf morgen: Es ist Montag! Und ich arbeite!
Ich beginne außerdem, mich mit den typischen nordamerikanischen Eigenschaften anzufreunden: So unpraktisch es in der überfüllten SkyTrain auch ist, ich genieße es, morgens aus meiner neuen "Tim Horton's Coffee Mug" meinen "Coffee to go" zu schlürfen...
Jetzt bin ich fast drei Wochen in Vancouver und ich muss sagen, dass es mir bis jetzt echt gut gefällt. Und es ist so einiges passiert in der Zeit...
Mein Job
Die Sache mit dem Job hat mich hier eigentlich am nervösesten gemacht, weil ich natürlich so schnell wie möglich Geld verdienen wollte, um mir den Spaß hier zu finanzieren. Wie schon gesagt: Es ist hier recht einfach...ich konnte letztlich zwischen drei Jobs auswählen: Subway, 7-Eleven (kann man sich vorstellen wie einen Tankstellen-Shop nur ohne Tankstelle) und Market Place IGA, ein Lebensmittelladen, für den ich mich dann auch entschieden hab. Ich arbeite jetzt als "Service Clerk" und mein Tag besteht daraus, Einkaufswagen und -körbe zurückzubringen, zu wischen, Müll auszuleeren, Pfandflaschen anzunehmen und ab und an Fragen von Kunden zu beantworten...Der letzte Punkt bereitet mir aber einige Probleme. Ich frag mich jedes Mal: "Was für ein Produkt um Himmelswillen meinen Sie?" Mittlerweile weiß ich zwar ungefähr wo was steht, aber ich sollte mir vielleicht mal ein Lebensmittelwörterbuch kaufen, um zu wissen, was überhaupt gefragt ist. Insgesamt ist es zwar körperlich ziemlich anstrengend (ich entdecke neue Muskeln), aber dafür sind die Kollegen super und ich habe im Gegensatz zu den Kassierern feste Arbeitszeiten und somit die Abende und Wochenenden frei. Das ist doch mal was! :-)
Meine Unterkunft
Ich bin nach wie vor sehr gut aufgehoben bei Jean und fühle mich echt wohl bei ihr. 
Da Markus mich aber nächsten Monat besuchen kommt, muss vorübergehend ne neue Bleibe her. Und ich kann es kaum glauben, ich hatte mal wieder mehr Glück als Verstand. Gleich die erste Wohnungsbesichtigung war ein Volltreffer. Ich werde ab ca. Mitte Dezember am Commercial Drive wohnen, der Hauptumsteigestation für die SkyTrain mit Nachtbus vor der Tür (sehr wichtiger Aspekt für's Wochenende). ;-) Die Wohnung gehört einer jungen philippinischen Familie mit zwei Kindern, die im oberen Teil des Hauses wohnt. Unten ist dann die 3er-WG, die ich mir mit einer Kanadierin philippinischer Herkunft und einer Kolumbianerin teile. Alles frisch renoviert mit allem was man zum Leben braucht. Die Wohnung gefällt mir im Moment sogar so gut, dass ich eventuell ganz dort bleibe. Das spart mir jeden Morgen und Abend eine halbe Stunde und man gewinnt doch ein Stück Freiheit zurück: So gut ich es bei Jean habe, es ist doch toll eine eigene Wohnung zu haben, wo man Leute einladen und tun und lassen kann, was man möchte. Ich freue mich also sehr auf diese Zeit!
Die Leute
Man muss wirklich sagen, dass die Kanadier ungemein freundlich und hilfsbereit sind und dafür bin ich sehr dankbar. Das macht einem den Anfang in einem fremden Land doch viel einfacher. Leider ist es gar nicht so einfach, wirklich engen Kontakt zu Kanadiern zu pflegen, da die natürlich ihre eigenen Leute haben. Es gehört also schon ein wenig Glück dazu. Und sicherlich Zeit. Ansonsten unternehme ich momentan (außer bei der Arbeit) recht viel mit Deutschen. Der Plan, vor zwei Wochen zum Stammtisch zu gehen, hat sich doch als nicht so einfach herausgestellt. Ich hatte mich vorher noch mit nem anderen Mädel getroffen. Gott sei Dank, denn der Laden war so voll und laut, dass wir keine Chance hatten, den deutschen Tisch auszumachen. Letzten Freitag hab ich's dann nochmal probiert und diesmal mit deutlich mehr Erfolg, weil die Location viel geeigneter war für so ein Treffen. Wir waren ca. 15-20 Deutsche und es war echt interessant, sich mal auszutauschen und den ein oder anderen Tipp zu bekommen...
Die Stadt
Von der Stadt habe ich leider immer noch nicht so viel gesehen. Der Grund (und ich war gewarnt): Es regenet und regnet und regnet...Tag ein, Tag aus. Da mir Jean's Sohn sein Mountainbike zur Verfügung stellt, kann ich es eigentlich gar nicht abwarten, endlich mal die Gegend zu erkunden. Einen kleinen Vogeschmack hab ich allerdings schon bekommen: Vor zwei Wochen gab es drei wunderschöne Tage und Jean hat mich mit raufgenommen zur Simon Fraser University, die auf nem Berg liegt. Der Ausblick war atemberaubend: Wasser und Berge! Wahnsinn! Da wurde mir zum ersten mal richtig bewusst, dass ich in einem wunderschönen Land bin, wo es wahrscheinlich Unmengen zu entdecken gibt. 
Zwei Tage später hab ich mir dann den Stanley Park angeschaut, der am nordwestlichen Zipfel von Downtown liegt und als Halbinsel so ziemlich vom Wasser umgeben ist. Und ich dachte: "Wow, was für ein Farbenspiel." Der Herbst hier kann wunderschön sein. Leider hatte ich das Rad zu der Zeit noch nicht, sonst hätte ich den ganzen Park umrundet. Außerdem hab ich mir die English Bay angeschaut, an der ein ewig langer Sandstrand entlang führt. Ich kann das Frührjahr kaum abwarten...