Montag, 30. März 2009

Besuch in der englischsten Stadt Nordamerikas

Vor zwei Wochen sind wir dann für einen Tag in die Hauptstadt der Provinz British Columbia – nach Victoria – gefahren.

Victoria liegt auf Vancouver Island, einer 450 km langen und 100 km breiten Insel vor der Westküste Kanadas in direkter Nachbarschaft zu Vancouver. Die Insel ragt geografisch schon in das Gebiet der USA hinein. Da hier ja alles etwas länger dauert, haben wir inklusive Fährüberfahrt und Bustransfer satte fünf Stunden pro Strecke gebraucht. Aber es hat sich absolut gelohnt. Die Stadt ist wunderschön und mutet sehr englisch an.

Daher kommt es auch, dass ihr lange Zeit nachgesagt wurde, sie sei die englischste Stadt Nordamerikas (das sagt zumindest mein „lonely planet“-Reiseführer). Als erstes haben wir eine Führung durch die Parlamentsgebäude gemacht, man will ja schließlich wissen, wo hier in B.C. die Politik gemacht wir. Leider hatten die Abgeordneten gerade „Ferien“. Normalerweise hat die Öffentlichkeit nämlich Zugang zu den Sitzungen. Es wäre sicher interessant gewesen, dort mal zuzuschauen.

Anschließend sind wir zum Craigdarroch Castle (siehe unten) gefahren, wie der Name schon sagt: Es handelt sich um ein Schloss. Es war wirklich sehr schön anzuschauen, aber leider nur klitzeklein, mehr eine Villa als ein Schloss.

Uns ist außerdem bewusst geworden, dass – wenn man aus Europa kommt – einen Schösser in Nordamerika nicht wirklich vom Hocker hauen, weil sie: Erstens kaum vorhanden sind. Zweitens scheinbar sehr klein sind. Und drittens alles andere als alt sind. Dieses Schloss wurde z.B. im 19. Jahrhundert gebaut. Kein Vergleich zu dem Alter europäischer Schlösser, aber wie soll es auch anders sein auf so einem jungen Kontinent. Als wir uns schließlich noch den Beacon Hill Park mit der Markierung der „Meile 0“ des Highway 1 und die Statue von Terry Fox, einem Nationalheld in Kanada, anschauen wollten, hat uns das Wetter dann mit einem Hagelschauer einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Und da meine „Rubberboots“, auf die ich bis zu dem Tag so stolz war, leider mehr oder weniger das Zeitliche gesegnet haben, endete der Tag bei Starbucks zum aufwärmen und umziehen. Terry Fox (für alle, die es interessiert, oder die nichts mit dem Namen anzufangen wissen) war ein junger Mann aus der Region um Vancouver, der sehr früh ein Bein durch eine Krebserkrankung verloren hat. 1981 – als Einundzwanzigjähriger – hat er dann versucht, Kanada mit täglich 42 Kilometern von Ost nach West zu durchlaufen, um Geld für Krebskranke zu sammeln. Seinen Marathon of Hope konnte er leider nie zu Ende bringen. Aber er ist hier zum wahren Superhelden geworden, daher stehen in vielen kanadischen Städten Statuen von ihm.

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