Montag, 29. Dezember 2008

Skifahren...gar nicht so einfach!

Kurz vor Weihnachten war ich das erste Mal in meinem Leben Skifahren - auf dem Grouse Mountain, quasi direkt um die Ecke. Hätte mir Markus den Skipass nicht zum Geburtstag geschenkt, weiß ich nicht, ob ich in diesem Leben nochmal auf Skiern gestanden hätte. Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter: Es war klarer Sonnentag nach einer der kältesten Nächte, die Vancouver seit Jahrzehnten gesehen hat (heißt -15°C). Im Vergleich zu anderen kanadischen Städten sicherlich noch recht mild, für die Verhältnisse hier aber sehr ungewöhnlich. Vom Grouse Mountain hat man einen Blick über Downtown Vancouver, was natürlich nochmal ein zusätzliches Highlight war.


Meine Skifahrkünste schwankten allerdings zwischen "gar nicht so schlecht" und "total verbissen und verkrampft"... Als ich dann nachmittags doch den Dreh etwas raus hatte (ich dachte das zumindest), hab ich mich bei der Abfahrt doch ziemlich verschätzt - mit großem Glück im Unglück. Ich war leider zu schnell dafür, dass es mein erster Tag auf Skiern war, und bin ziemlich unglücklich gestürzt. Mein Ski scheint sich nicht richtig aus der Bindung gelöst zu haben und hat mir beim Sturz das Knie so verdreht, dass ich nur ein lautes "Pop" gehört habe. Im ersten Moment dachte ich nur: "Ok, das war's jetzt mit Kanada, du kannst den Rückflug buchen". Nach zwei Minuten kam dann aber auch schon die Ski Patrol und hat mich erstmal durchgecheckt und mir hochgeholfen. Als ich gemerkt habe, dass ich ohne große Schmerzen stehen und gehen konnte, war ich erstmal total erleichert. Ich wurde dann trotzdem von der Patrol in den Medical Room gebracht (das hat mir die erste Fahrt auf nem Schneemobil beschert) ;-), musste noch ne Reihe von Fragen beantworten und der Skitag war damit leider viel früher vorbei als gedacht. Am nächsten Tag habe ich dann auch vom Arzt Entwarnung bekommen: Alle Bänder sind heil und ich muss mein Knie nur etwas schonen. GOTT SEI DANK! Gerade nochmal gut gegangen...

San Francisco

So, mittlerweile ist es wirklich höchste Zeit für nen neuen Post in meinen Blog...Wie der Titel schon erahnen lässt ging es Anfang Dezember für vier Tage nach San Francisco. Ich hab mich riesig auf diesen Tag gefreut. Zum einen, weil ich noch nie dort war und diese Stadt schon immer mal sehen wollte, und zum anderen - und in dem Moment für mich noch wichtiger - war das Wiedersehen mit Markus! :-)

Gleich nachdem wir aus der U-Bahn kamen, standen wir vor einer der Cable Car End-Stationen und es ist wirklich witzig anzusehen wie die Cable Cars noch von Hand gewendet werden. Nachdem wir erstmal all unseren Kram im Hotel abgeliefert hatten, ging es dann gleich auf zur ersten Cable Car-Fahrt und ich war wirklich mehr als unentspannt, weil ich mich krampfhaft an dem Ding festgehalten haben, aber trotzdem Fotos während der Fahrt machen wollte. Ich hab mich schon mit samt Kamera den Berg runterkugeln sehen...was natürlich nicht passiert ist...! Puh...!

Wir sind ganz bis zur Bucht runtergefahren, wo wir gleich einen ersten Blick auf Alcatraz und vor allem die Golden Gate Bridge erhaschen konnten. Und wieder war es ein Moment, in dem ich dachte zu träumen..."Wow, vor dir ist die Golden Gate Bridge...ja, und zwar die echte und kein Poster...!"

Am nächsten Tag haben wir uns erstmal Räder ausgeliehen und sind an der San Francisco Bay entlang geradelt, über die Golden Gate Bridge, dann mit dem Schiff zurück und noch etwas durch Downtown San Francisco (was bei den ganzen Hügeln entweder Umwege oder einiges an Kraft erfordert). Das war mein erster "Nikolaustag" mit Sonnenschein und ca. 15 °C, obwohl der Wind entlang der Bucht sein übriges tat und Handschuhe dann doch ganz praktisch waren.

Ansonsten haben wir uns noch die typischen Touristen-Attraktionen angeschaut, wie den Fisherman's Wharf, die Transamerica Pyramid, die Painted Ladies am Alamo Square und die Lombard Street als kurvenreichste Straße der Welt. Und ich bin das erste Mal nach fast elf Jahren wieder Schlittschuh gelaufen. Nach den ersten Anfangsschwierigkeiten ging es dann so gut, dass ich etwas übermütig wurde und mich dann zwei Minuten vor Ende der Session noch ordentlich langgemacht habe. *Autsch* Aber mehr als ein blaues Knie ist davon zum Glück nicht geblieben.

Den letzen Tag haben wir dann hauptsächlich mit Cable Car fahren verbracht, weil es - nachdem ich meine Angst da runterzufallen überwunden hatte - einfach nur totalen Spaß gemacht hat...

Montag, 24. November 2008

Sightseeing

Das wird mein bisher "höchster" Post in meinem Blog, ich sitze nämlich gerade 181 m über N.N. auf dem Vancouver Lookout. Aber mehr dazu später. Obwohl ich jetzt schon über einen Monat in Vancouver bin, hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, noch nicht wirklich viel von der Stadt gesehen zu haben. Das soll sich jetzt ändern. Da wir dieses Wochenende wirklich sehr schönes Wetter hatten, war dies die beste Gelegenheit für ein wenig Sightseeing.

Kitsilano Beach und Granville Island
Kitsilano, auch Kits genannt, ist ein ehemaliges Hippie-Viertel in Vancouver. Da wir erst am späten Nachmittag aufgebrochen sind und es nicht mehr lange hell blieb, haben wir uns das Viertel selbst nicht angeschaut, sondern sind einfach am Kitsilano Beach entlang spaziert mit einem wunderschönen Blick auf Downtown Vancouver und die Berge im Hintergrund.
Die "Promenade" am Kitsilano Beach hat uns dann direkt in Richtung Granville Island, einer kleinen Halbinsel unterhalb der Granville Bridge zwischen Vancouver und Downtown Vancouver, geführt. Hier hat man die Möglichkeit, über den Public Market zu schlendern, kulinarische Köstlichkeiten zu kaufen und zu probieren, sich aber auch in kleinen Souvenirläden und Geschäften aller Art zu verlieren. Anschließend haben wir uns (damit meine ich Jana, ein deutsches Mädel, und natürlich mich, ich war auch dabei ;-) ) für geschlagene sechs Stunden in ein Studentencafé, -pub oder wie auch immer man es bezeichnen mag gesetzt und leckeren Kaffee, Kuchen, Bagels und Bier genossen...Obwohl die Stadt Vancouver mit über 500.000 Einwohnern und einer Metropolitan Area von über 2 Mio. EW sicher nicht zu den kleinsten Städten gehört, ist es nicht einfach nachts nach Hause zu kommen, weil die SkyTrain nur bis Mitternacht fährt und einem nur die Nachtbusse bleiben. Also habe ich von kurz vor eins bis bis kurz nach drei gebraucht, um nach Hause zu kommen, ein Pizza-Stopp inklusive...

Vancouver Lookout
Wie ich schon geschrieben habe, sitze ich gerade auf dem Vancouver Lookout (natürlich nicht drauf sondern drin) und es beginnt zu dämmern. Auf dem Lookout hat man die Möglichkeit, sich mal einen 360°-Blick über die Stadt und das Umland zu verschaffen. Eigentlich eine der ersten Sachen, die man als Besucher machen sollte. Zwar ist die Aussichtsplattform nicht außergewöhnlich hoch, aber man hat bei gutem Wetter einen tollen Blick auf den Stanley Park, die teilweise schneebedeckten Berge, den Hafen, die Stadt selbst und die Nachbarstädte Burnaby (wo ich momentan noch wohne) und New Westminster. Auf der Südseite konnte ich sogar Mount Baker in den USA sehen. Meine Karte gilt den ganzen Tag, ich werde also nachher nochmal wiederkommen, um mir die Stadt bei Nacht anzuschauen.

Ich habe außerdem noch eine andere tolle Entdeckung gemacht: Da Vancouver für Canada das ist, was Hollywood für die USA ist, laufen hier doch auch gerne mal die ein oder anderen Berühmtheiten rum. Und da der Grocery Store, in dem ich arbeite, ziemlich dicht an den teuren Hotels liegt, kommen einige doch gerne mal bei "uns" einkaufen. Nachdem mir meine Kollegin erzählt hat, dass sie schon Jessica Biel, Katie Holmes und einige andere bedient hat und das Owen Wilson wohl auch letztens da war, war ich erstmal aufgeregt wie ein kleines Kind. Ich hoffe, ich habe Glück und bekomme auch mal den ein oder anderen VIP zu Gesicht. Ich freue mich schon auf morgen: Es ist Montag! Und ich arbeite!

Ich beginne außerdem, mich mit den typischen nordamerikanischen Eigenschaften anzufreunden: So unpraktisch es in der überfüllten SkyTrain auch ist, ich genieße es, morgens aus meiner neuen "Tim Horton's Coffee Mug" meinen "Coffee to go" zu schlürfen...

Sonntag, 9. November 2008

Die ersten Wochen...

Jetzt bin ich fast drei Wochen in Vancouver und ich muss sagen, dass es mir bis jetzt echt gut gefällt. Und es ist so einiges passiert in der Zeit...

Mein Job
Die Sache mit dem Job hat mich hier eigentlich am nervösesten gemacht, weil ich natürlich so schnell wie möglich Geld verdienen wollte, um mir den Spaß hier zu finanzieren. Wie schon gesagt: Es ist hier recht einfach...ich konnte letztlich zwischen drei Jobs auswählen: Subway, 7-Eleven (kann man sich vorstellen wie einen Tankstellen-Shop nur ohne Tankstelle) und Market Place IGA, ein Lebensmittelladen, für den ich mich dann auch entschieden hab. Ich arbeite jetzt als "Service Clerk" und mein Tag besteht daraus, Einkaufswagen und -körbe zurückzubringen, zu wischen, Müll auszuleeren, Pfandflaschen anzunehmen und ab und an Fragen von Kunden zu beantworten...Der letzte Punkt bereitet mir aber einige Probleme. Ich frag mich jedes Mal: "Was für ein Produkt um Himmelswillen meinen Sie?" Mittlerweile weiß ich zwar ungefähr wo was steht, aber ich sollte mir vielleicht mal ein Lebensmittelwörterbuch kaufen, um zu wissen, was überhaupt gefragt ist. Insgesamt ist es zwar körperlich ziemlich anstrengend (ich entdecke neue Muskeln), aber dafür sind die Kollegen super und ich habe im Gegensatz zu den Kassierern feste Arbeitszeiten und somit die Abende und Wochenenden frei. Das ist doch mal was! :-)

Meine Unterkunft
Ich bin nach wie vor sehr gut aufgehoben bei Jean und fühle mich echt wohl bei ihr.
Da Markus mich aber nächsten Monat besuchen kommt, muss vorübergehend ne neue Bleibe her. Und ich kann es kaum glauben, ich hatte mal wieder mehr Glück als Verstand. Gleich die erste Wohnungsbesichtigung war ein Volltreffer. Ich werde ab ca. Mitte Dezember am Commercial Drive wohnen, der Hauptumsteigestation für die SkyTrain mit Nachtbus vor der Tür (sehr wichtiger Aspekt für's Wochenende). ;-) Die Wohnung gehört einer jungen philippinischen Familie mit zwei Kindern, die im oberen Teil des Hauses wohnt. Unten ist dann die 3er-WG, die ich mir mit einer Kanadierin philippinischer Herkunft und einer Kolumbianerin teile. Alles frisch renoviert mit allem was man zum Leben braucht. Die Wohnung gefällt mir im Moment sogar so gut, dass ich eventuell ganz dort bleibe. Das spart mir jeden Morgen und Abend eine halbe Stunde und man gewinnt doch ein Stück Freiheit zurück: So gut ich es bei Jean habe, es ist doch toll eine eigene Wohnung zu haben, wo man Leute einladen und tun und lassen kann, was man möchte. Ich freue mich also sehr auf diese Zeit!

Die Leute
Man muss wirklich sagen, dass die Kanadier ungemein freundlich und hilfsbereit sind und dafür bin ich sehr dankbar. Das macht einem den Anfang in einem fremden Land doch viel einfacher. Leider ist es gar nicht so einfach, wirklich engen Kontakt zu Kanadiern zu pflegen, da die natürlich ihre eigenen Leute haben. Es gehört also schon ein wenig Glück dazu. Und sicherlich Zeit. Ansonsten unternehme ich momentan (außer bei der Arbeit) recht viel mit Deutschen. Der Plan, vor zwei Wochen zum Stammtisch zu gehen, hat sich doch als nicht so einfach herausgestellt. Ich hatte mich vorher noch mit nem anderen Mädel getroffen. Gott sei Dank, denn der Laden war so voll und laut, dass wir keine Chance hatten, den deutschen Tisch auszumachen. Letzten Freitag hab ich's dann nochmal probiert und diesmal mit deutlich mehr Erfolg, weil die Location viel geeigneter war für so ein Treffen. Wir waren ca. 15-20 Deutsche und es war echt interessant, sich mal auszutauschen und den ein oder anderen Tipp zu bekommen...

Die Stadt
Von der Stadt habe ich leider immer noch nicht so viel gesehen. Der Grund (und ich war gewarnt): Es regenet und regnet und regnet...Tag ein, Tag aus. Da mir Jean's Sohn sein Mountainbike zur Verfügung stellt, kann ich es eigentlich gar nicht abwarten, endlich mal die Gegend zu erkunden. Einen kleinen Vogeschmack hab ich allerdings schon bekommen: Vor zwei Wochen gab es drei wunderschöne Tage und Jean hat mich mit raufgenommen zur Simon Fraser University, die auf nem Berg liegt. Der Ausblick war atemberaubend: Wasser und Berge! Wahnsinn! Da wurde mir zum ersten mal richtig bewusst, dass ich in einem wunderschönen Land bin, wo es wahrscheinlich Unmengen zu entdecken gibt.
Zwei Tage später hab ich mir dann den Stanley Park angeschaut, der am nordwestlichen Zipfel von Downtown liegt und als Halbinsel so ziemlich vom Wasser umgeben ist. Und ich dachte: "Wow, was für ein Farbenspiel." Der Herbst hier kann wunderschön sein. Leider hatte ich das Rad zu der Zeit noch nicht, sonst hätte ich den ganzen Park umrundet. Außerdem hab ich mir die English Bay angeschaut, an der ein ewig langer Sandstrand entlang führt. Ich kann das Frührjahr kaum abwarten...

Freitag, 24. Oktober 2008

Welcome to Canada...!

So, da bin ich nun! Allein in der großen, weiten Welt. Ich hab mich auf dem Flug nach Seattle und auf der Busfahrt nach Vancouver wie im falschen Film gefühlt. Ich konnte mich an dem Tag nicht wirklich freuen...im Gegenteil. Aber ich wusste, dass ich ganz herzlich von Jean (meiner "Gastmutter") empfangen werden würde. Und so war es dann auch. Ich fühle mich bei ihr sehr wohl und sie ist wirklich eine Seele von Mensch! Somit war Dienstag Abend die Welt wieder so halbwegs in Ordnung.

Am Mittwoch bin ich dann zum ersten Mal los Richtung Downtown Vancouver, schließlich gab es einiges zu erledigen: Sozialversicherungsnummer beantragen, Bankkonto eröffnen und dann natürlich die Suche nach nem Job. Mir war lange nicht mehr so mulmig und ich hab mich auch lange nicht mehr so einsam gefühlt wie an dem Tag. Aber der Tag war dann doch so erfolgreich, dass die "traurige" Stimmung einigermaßen schnell verflogen war. Innerhalb von zwei Stunden hatte ich meine Nummer und mein Konto und die Jobsuche verläuft hier allgemein unkompliziert. Überall hängen Schilder mit "hiring now". Man geht rein, spricht kurz mit den Leuten und gibt seinen Lebenslauf ab. Ich bin jetzt schon mehr als eine Hand voll los...hauptsächlich Cafés und Lebensmittelläden und jetzt zeigt sich die Tage, ob ich Erfolg hatte...mal schauen, bin schon gespannt...

Durch Zufall habe ich übers StudiVZ auch einen deutschen Stammtisch der Work&Traveller hier in Vancouver gefunden und somit werde ich morgen Abend dann zum ersten Mal auf Gleichgesinnte treffen...ich freue mich schon! :-)

Ansonsten hab ich von der Stadt noch nicht viel gesehen, aber das wird sich sicher bald ändern...bis dahin macht's gut...!

Living in America...Teil 2

Zunächst noch ein paar Zeilen zu meiner zweiten Woche in Richmond, die eigentlich nicht großartig in Richmond stattfand...

New York City
Am Dienstag sind Markus und ich nach New York geflogen. Obwohl es für mich bereits das dritte Mal in dieser wundervollen Stadt war, hat sie mich ein weiteres Mal absolut in ihren Bann gezogen, anders kann ich es wirklich nicht sagen.

Sie ist zwar hektisch und laut, aber gleichzeitig grün und ruhig. Wir haben in den vier Tagen hauptsächlich die klassischen Touristensachen gemacht, die ich hier nicht weiter ausführen brauche.

Besonderer Tipp für alle, die mal nach New York fliegen: Schaut euch die Stadt von oben an und zwar nicht nur vom Empire State Building, sondern vom "Top of the Rock" Observation Deck des Rockefeller Center. Von hier hat man einen unglaublichen Blick auf den Central Park und auf das Empire State Building...

In den Bergen
Zwei Tage vor meiner Abreise nach Kanada waren wir in den Appalachen und sind den Skyline Drive entlang gefahren. Ich wollte immer mal den Indian Summer sehen und dafür war die Zeit eigentlich perfekt. Die Blätter leuchten in dieser Region meist zwischen dem 10. und 25. Oktober in den tollsten Farben. Leider hat sich der Indian Summer dieses Jahr scheinbar etwas verspätet. Wenn man in die Ferne geschaut hat, konnte man den nahenden Farbwechsel zwar schon gut erahnen, aber mehr leider auch nicht.

Aber die Bäume entlang des Skyline Drive waren dafür umso schöner. Solche Farben habe ich vorher noch nicht gesehen...

Abschied
Am Montag kam dann der Tag, vor dem ich mich doch etwas gefürchtet habe: Packen für Kanada und der Abschied von Markus...

Montag, 13. Oktober 2008

Living in America...Teil 1

...naja, nicht ganz, aber fast.

Richmond
Ich bin jetzt seit etwas über einer Woche in Richmond, der Hauptstadt des Bundesstaates Virginia. Das Wetter hier ist echt angenehm, man kann problemlos in Rock und T-Shirt rumlaufen - herrlich! Nur abends wird es früh dunkel und recht kühl. Wir haben das Wetter gleich genutzt, um uns an den James River auf Belle Isle zu setzen und ein wenig das Wetter und Wasser zu genießen. Von dort hat man außerdem einen super Ausblick auf die Skyline. Da Markus letzte Woche noch gearbeitet hat, habe ich mich den Rest der Woche allein auf den Weg gemacht, die Stadt etwas zu erkunden. Los ging's mit dem Hollywood Cemetery, einem wunderschön angelegten Friedhof, auf dem zwei der Präsidenten begraben liegen (die ich allerdings trotz Karte und intensiver Suche nicht ausfindig machen konnte). Die Besichtigung des Virginia State Capitol, dem Regierungssitz des Bundesstaates, darf natürlich auch nicht fehlen. Hier werden einstündige Führungen gemacht - nur leider war ich in der ersten halben Stunde die einzige Teilnehmerin und kam mir vor als hätte ich Einzelunterricht in amerikanischer Geschichte. ;-) Davon abgesehen war die Dame aber sehr nett und die Führung wirklich kurzweilig. Ansonsten haben wir die typischen Sachen gemacht, um die man in Amerika einfach nicht herumkommt: Shopping-Mall und Walmart-Supercenter (ich wollte es nicht glauben, aber "mal eben einkaufen gehen" gibt's hier nicht, es ist alles einfach nur riesig und dauert ewig). Beim nächsten Einkauf werde ich versuchen, bei Walmart einen der "Scooter" zu ergattern, die einem das Laufen ersparen (für Ältere auf jeden Fall eine super Erfindung), und durch den Markt cruisen.

Washington
Am Samstag waren wir dann in Washington, was nur 100Meilen von Richmond entfernt liegt. Es war schon toll und beeindruckend, all die Gebäude und Monumente, die man sonst nur aus dem Fernsehen kenn, mal live zu bestaunen. Wir sind unglaublich viel gelaufen und waren acht Stunden unterwegs, um uns ein paar Sehenswürdigkeiten (Pentagon, Capitol, Washington Monument, das Weiße Haus und das Lincoln Memorial) anzuschauen. Am Pentagon sind wir direkt in ein Fettnäpfchen getreten: Wir haben Fotos gemacht, bis ein Polizeiwagen hupend vorgefahren kam und der Polizist uns herzitiert hat. Da wo wir standen durfte man nicht fotografieren sondern erst 200m weiter, was natürlich nirgens auf einem Hinweisschild stand. Haben wir dann gemacht und alles war gut. Die Logik dahinter habe ich aber bis heute nicht verstanden...Nachdem Markus mich schon vorgewarnt hatte, dass das Weiße Haus nun nicht sooo groß und spektakulär sei, war ich doch etwas sprachlos, als ich es gesehen hab. Es steht recht unscheinbar zwischen den Bäumen der Parkanlage und geschätzte 150m vom Zaun entfernt, so dass man schon sehr genau hinschauen muss, um die "Weiße Hütte" (dieser Begriff wäre meiner Meinung nach etwas treffender) zu sehen. ;-) Bilder gibt's im StudiVZ...