Dienstag, 4. August 2009

Has been great, eh...?

Heute vor zehn Monaten habe ich mich auf den Weg in die große, weite Welt gemacht und ich denke, es ist endlich an der Zeit für meinen letzten Blog-Eintrag.

Going home: Gar nicht so einfach...!
Planmäßig sollte ich von Toronto über Chicago nach Frankfurt fliegen. Das an sich ist schon umständlich, weil ich durch den Umweg über die USA wieder dort einreisen und die üblichen Formulare ausfüllen musste. Aber gut, ich hatte halt American Airlines gebucht und da führt kein Weg an den USA vorbei. Als ich in Chicago ankam, wurde mein Weiterflug bereits mit 30 Minuten Verspätung angezeigt. Daraus wurde dann eine Stunde, anderthalb Stunden und schließlich zwei Stunden. Mit den Informationen, woran die Verspätung nun lag, hielten sich die guten Angestellten von American Airlines jedoch zurück - abgesehen davon, dass es nahezu unmöglich ist, die Flughafendurchsagen zu verstehen. Nur die letzte Durchsage war eindeutig: "Your flight with American Airlines has been cancelled. For reservations please call 0800-XYZ or ask your travel agent." Da musste ich echt erstmal schlucken. Ich hatte das Gefühl, dass alle Leute um mich herum ihre Handys zückten und auf den Schalter zustürmten. Ich hatte kein Handy mehr, also hab ich mich erstmal am Schalter angestellt und alle Leute um mich herum gefragt, was denn jetzt passiert. Nach dem ersten Schreck hieß es dann warten und warten und warten. Komisch war nur, dass zu Beginn ca. 20 Leute vor mir und der Rest hinter mir stand. Nach zwei Stunden standen immer noch geschätzte 15 Leute vor mir, aber fast keiner mehr hinter mir. Wie haben die das nur gemacht?!? Nach etwa zweieinhalb Stunden stand ich dann endlich am Schalter, nur waren natürlich nicht mehr wirklich viele Flüge verfügbar. Letztlich gab es dann noch einen, der am nächsten Tag nach London ging und am übernächsten dann weiter nach Frankfurt. Obwohl das für mich hieß, dass ich einen Tag später ankomme mit einer Reisezeit von mehr als 40 Stunden, hatte ich zumindest zwei wenn auch kurze Übernachtungen in Hotels, die ich mir sonst nie hätte leisten können. Auch mal nett!

Has been great, eh...?
Das würde der Kanadier jetzt wahrscheinlich sagen. Und dem kann ich nicht viel hinzufügen. Es waren wirklich unglaublich tolle neun Monate und eine Zeit, die ich ganz sicher nie in meinem Leben vergessen werde. Auch wenn es mir jetzt schon manchmal so vorkommt als wäre ich nie weggewesen. Danke an alle, die diese Erfahrung mit mir geteilt haben! Besonders natürlich an Markus, der mich in meinem Vorhaben immer unterstützt hat und immer überzeugt war, dass wir das schaffen! Und das haben wir auch!

Yes, it has been great!

Mittwoch, 15. Juli 2009

Niagara Falls

Eine Sache, an der man natürlich nicht vorbeikommt, wenn man schon Toronto ist, sind die Niagara-Fälle. Obwohl ich eigentlich alles Mögliche gerne selber organisiere, habe ich mich dieses Mal einer organisierten Tagesreise angeschlossen, die von meinem Hostel angeboten wurde. In diesem Fall sicher von Vorteil, weil die Niagara Fälle ohne eigenes Gefährt nur umständlich zu erreichen sind. Außerdem ist es ganz nett, wenn man vom Busfahrer noch das ein oder andere erzählt bekommt oder hier und da mal anhält, um zu gucken.

Als wir in der Stadt Niagara Falls ankamen, war ich erstmal etwas enttäuscht, denn direkt neben den Fällen gibt es eine Art 'Mini Las Vegas', was dem ganzen doch ordentlich die Natürlichkeit und Romantik raubt. Damit hatte ich nicht gerechnet. Schließlich würden wir hier auch kein Kasino-Paradies neben Schloss Neuschwanstein hinzementieren. "Welcome to America" kann ich da nur sagen! Ich habe also beschlossen, mich für den Rest des Tages nicht mehr Richtung Stadt umzudrehen.

Das erste, was wir gemacht haben, war die Fahrt mit einem der "Maid of the Mist"-Boote, die in die Gischt hineinfahren. Ganz schön nass, sag ich euch! Zum Schutz gab's dann nen blauen "Schlumpf"-Poncho. Spaß pur! :-) Schaut's euch an:


Auf dem Weg zu den kanadischen Horseshoe Falls


Horseshoe Falls von oben

Mit dem Boot ging's zuerst an den amerikanische Fällen vorbei, die schön, aber weit weniger beeindruckend sind als die kanadischen Fälle. Und dann ab zu den Horseshoe Falls, den hufeisenförmigen, kanadischen Fällen. Auf dem Boot hat man das Gefühl als wäre man fast unter dem Wasserfall, von oben allerdings sah es halb so dramatisch aus. So kann man sich täuschen.

Hier noch mehr Bilder:


Die amerikanischen Fälle




Und alles zusammen

Zwar hatte ich nen netten Australier kennen gelernt, mit dem ich dort rumgeschlendert bin, ich habe aber gemerkt, dass man für etwas wie die Niagara-Fälle jemanden braucht, der einem nahe steht. Ich konnte die Momente nicht so greifen, wie ich es gerne gewollt hätte. Aber egal! Ich weiß, dass ich hier definitiv nicht zum letzten Mal war!

Montag, 13. Juli 2009

Toronto

Am Montag Abend bin ich schließlich in Toronto angekommen, dem Ziel meiner Ostkanada-Reise. Hier habe ich die letzten vier Tage meiner Zeit in Kanada verbracht.

Toronto ist wirklich ganz anders als die anderen kanadischen Städte, die ich bis dahin gesehen hatte. Einfach typisch amerikanisch. So wohl ich mich in Vancouver auch gefühlt habe - Toronto ist schon eine andere Hausnummer. Aber leider im Winter mit etwa - 30°C viel zu kalt! Definitiv!

Die erste Station war natürlich der CN-Tower, der mit seinen 553 m das höchste freistehende Gebäude in Nordamerika ist. Der Blick über die Stadt und den Lake Ontario ist schon toll! Besondere Herausforderung ist der Glass Floor, der 1994 eröffnet wurde. Es ist schon ein komisches Gefühl, "nur" ein paar Zentimeter Glas unter den Füßen zu haben und so in die Tiefe zu schauen. Aber: Er hält das Gewicht von 23 Nilpferden aus und das erreiche ich auch nach neun Monaten Kanada nicht!








Der Glasboden




Und weg ist der Drops...! ;-)


Flatiron-Building mit den zwei Türmen der Canada Trust und dem CN-Tower

Nach der Besichtigung des CN-Towers war ich erstmal ziemlich ratlos und planlos. Einfach deswegen, weil ich mit Toronto einzig diesen Turm als Sehenswürdigkeit verband und keine Ahnung hatte, was die Stadt noch zu bieten hat. Also war erst einmal Mittag essen und lesen angesagt. Und wie ich schon geahnt hatte, es gab natürlich einiges zu sehen. Angefangen beim Kensington Market (einem typischen kleinen Markt) und Chinatown (was eigentlich überall gleich aussieht), dann die Waterfront an sich und schließlich das Eaton Centre, ein riesiges, typisch amerikanisches Einkaufszentrum. Von den ganzen Museen mal abgesehen.


Kensington Market


Das Eaton Centre mit Mini Times Square vor der Tür


Altes und neues Rathaus

Eigentlich wäre ich noch gerne auf die Inseln rübergefahren, um mir die Skyline anzuschauen. Leider gab es aber in den Tagen einen Streik der Stadt und deshalb fuhren die Fähren nicht. Aber: Es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich in Toronto war! Da bin ich mir sicher!

Im nächsten Post gibt's dann etwas über meinen Ausflug zu den Niagara Falls!

Freitag, 26. Juni 2009

Ottawa

Ja, das ist die Stadt, in die ich eigentlich gar nicht so wirklich wollte. Aber sagen wir so: Sie lag halt auf dem Weg und ich dachte, ich sollte mir die Hauptstadt des Landes, in dem ich nun neun Monate verbracht habe, wenigstens mal angeschaut haben. Gut, dass ich es gemacht habe, sage ich euch!

Ottawa ist eigentlich eine künstlich geschaffene Hauptstadt. Vielleicht wirkte sie deswegen so uninteressant auf mich. Ich war aber total überrascht. Die Stadt ist einfach wunderschön und eine richtige Vorzeige-Hauptstadt. Schön, sauber und reich an Kultur. Obligatorisch war natürlich die Führung durch das Parlament. Anschließend bin ich eigentlich mehr oder weniger einfach nur rumgelaufen und habe die Stadt auf mich wirken lassen.


Das Parlament


Der Ottawa-River


Das Parlament von der Rückseite

In Ottawa gibt's übrigens auch Spaß für 'ne Mark: Man nehme eine überdimensionierte Metallspinne und stelle sie einfach mal mitten in die Stadt, um arme kleine Saskias zu erschrecken. Aber nachher hatte ich doch noch so meinen Spaß mit dem Viech:




Nach ca. sieben Stunden in Ottawa (das ist übrigens mehr als genug Zeit für einen ersten Eindruck), ging es dann am Montag Abend weiter nach Toronto, dem Ziel meiner Reise.

Donnerstag, 25. Juni 2009

Montréal

Station 2 meiner Reise: Montréal, die größte Stadt der Provinz Québec. Auch diese Stadt ist sehr französisch geprägt. Laut meines Reiseführers sind 'nur' 20 Prozent der Einwohner englischsprachig... aber immerhin mehr als nix. Ich musste mir also hier nicht mehr so viele Gedanken um die Sprache machen.

In meinem Zimmer bin ich auch direkt 'nem deutschen Mädel in die Arme gelaufen... Deutsche sind manchmal wirklich überall. Aber das war super. Wir haben uns auf Anhieb verstanden und sind kurz nach meiner Ankunft auf Erkundungstour gegangen. Leider war das Wetter nicht so gut, wie ich es aus Québec City gewohnt war. Recht schwühl und ziemlich bewölkt.

Da ich früher ein recht großer Formel 1-Fan war, führte kein Weg daran vorbei, die Rennstrecke zu besuchen, den Circuit Gilles Villeneuve. Ich wollte unbedingt ein Foto von mir auf der Zielgeraden haben... blöd nur, wenn man in die falsche Richtung läuft und deshalb fast die gesamte Strecke umrundet... Aber letztendlich hab ich mein Foto bekommen:



Zuvor waren wir noch im Olympiapark der Spiele von 1976. Besonderes Wahrzeichen ist der 'Schiefe Turm von Montréal' als Teil des Olympiastadions. Der Olympiapark an sich ist verschwindend klein, ich war wirklich überrascht. Kein Vergleich zu dem Olympiapark in München (andere Vergleiche habe ich leider auch nicht), aber vielleicht bauen Deutsche einfach immer alles überdimensional im Vergleich zu Kanadiern?!? Die Architektur des Stadions ist aber wirklich schön und interessant, obwohl ich doch etwas schmunzeln musste, als ich gelesen hab, dass der Olympiaturm erst satte elf Jahre nach den Spielen fertiggestellt wurde... da hat sich der Kanadier wohl etwas verkalkuliert... ;-)



Etwas, was man sich in Montréal auf jeden Fall antun sollte, ist die Besteigung des Mont Royal, einem kleinen Berg in der Mitte der Stadt, nach dem sie auch benannt ist. Von der Aussichtsplattform hat man einen wunderschönen Blick auf die Skyline der Stadt, auch wenn ich für das Foto gerne 'Blauen Himmel' angeknipst hätte.



An sich ist der ganze alte Teil der Stadt eine Attraktion für sich mit Pflastersteinstraßen (die ich seit fast neun Monaten nicht mehr gesehen hatte), Steinhäusern, der Basilika Notre-Dame de Montréal, dem Rathaus und noch vielem mehr.


Basilika Notre-Dame de Montréal und 'Pflastersteine' (wie unschwer zu erkennen) ;-)


Das Rathaus

Eine Sache, die ich unbedingt noch sehen wollte, war das 'Habitat 67', eine Wohnanlage, die auf den ersten (eigentlich auch auf den zweiten) Blick unglaublich hässlich, aber dennoch interessant aussieht. Der Komplex ist ist Relikt der Expo '67. Das Konzept hinter dieser Anlage ist, die 'Würfel' dieses Gebäudes so anzuordnen, dass die Privatsphäre gewahrt bleibt und einem niemand in die Fenster gucken kann. Außerdem hat man einen perfekten Blick auf die Skyline zur einen und den St.-Lorenz-Strom zur anderen Seite. Das Habitat '67 gehört immer noch zu den beliebtesten Wohngegenden Montréals.





Alles in allem ist Montréal eine beeindruckende Stadt und durch die vielen Festivals und anderen Veranstaltungen gerade für junge Leute und guter Platz zum Leben. Und sie ist die perfekte Mischung aus europäischer und nordamerikanischer Stadt. Trotzdem hat mir hier irgendwie das 'Highlight' gefehlt.

Freitag, 19. Juni 2009

Québec City

Ich bin vor einigen Minuten in Montréal, der zweiten Station meines Trips, angekommen. Da ich noch ca. 45 Min. auf's Check-in warten muss, dachte ich, dass ich euch schon mal über die erste Station meiner Reise berichten kann: Québec City, Hauptstadt der Provinz Québec.

Eigentlich dachte ich, dass mich nach fast neun Monaten im Ausland nichts mehr umhauen kann. Gut, ich wurde nicht umgehauen, aber nach meiner Ankunft in Québec habe ich mich so unwohl gefühlt wie lange nicht mehr. Schließlich bin ich noch nie großartig allein gereist und der Abschiedsschmerz saß noch immer tief. Daher bin ich am ersten Abend mehr oder weniger orientierungslos durch die Stadt gelaufen und habe meine Karte verflucht, bis ich dann festgestellt habe, dass nicht die "böse" Karte sondern ich selbst Schuld war an meiner Orientierungslosigkeit... Nachdem ich dann zum Hostel zurückgefunden habe und durch Zufall mit einem Deutschen ins Gespräch kam, war die Welt wieder halbwegs in Ordnung.

Vom Wetter her habe ich ein riesen Glück gehabt (weshalb sich jetzt auch der "Abdruck" meines Rucksacks auf meinen Schultern befindet, ich bin jetzt also braun-weiß gestreift). Nachdem ich mit meiner Hostel-Bekanntschaft am nächsten Morgen noch zwei Stunden ein bisschen durch die Stadt gelaufen bin, war ich wieder "back on track" und konnte mich auf das, was mir bevorstand, wirklich freuen.

Tag 1: Die Stadt
Ich muss sagen, dass es stimmt, was mir meine französischen Freunde in Vancouver gesagt haben. Québec ist wie Saint-Malo. Ja, diese Stadt ist richtig französisch und die einzige, die nördlich von Mexiko City eine noch intakte Stadtmauer besitzt. Trotz kompletter, französischer Beschilderung und Einwohnern, deren Muttersprache Französisch ist, bin ich mit Englisch und ein wenig gebrochendem Französisch ganz gut zurecht gekommen. Ich habe außerdem selten eine so saubere und geordnete Stadt gesehen (oder ist sie vielleicht gar deutsch?). Den ersten Tag habe ich mich eigentlich auschließlich der Stadt gewidmet. Hier ein paar der Eindrücke:


Das Château Frontenac, das meist fotografierte Hotel der Welt




Blick über den St.-Lorenz-Strom


Ab in den unteren Teil der Stadt mit dem Funicular


Wenn das nicht Frankreich ist...


Blick vom Hafen auf die Stadt


Auf der Stadtmauer



Tag 2: Montmorency Falls
Eigentlich wollte ich am zweiten Tag ja die Stadtmauer, auf der man komplett entlang laufen kann, umrunden. Kurz bevor ich aufbrechen wollte, kam ich dann noch mit einer Französin ins Gespräch, die mir den Tipp gab, doch zu den Montmorency Falls, die ca. 7 km nördlich der Stadt liegen, zu fahren. Gesagt, getan.

Die Fälle (obwohl es eigentlich nur einer ist, sind mit über 80 m noch ein ganzes Stück höher als die Niagara Falls, wenn auch mit Sichheit bei Weitem nicht so überwältigend (das werde ich ja dann bald selbst herausfinden). Trotzdem - ich hatte noch nie in meinem Leben "richtige" Wassefälle gesehen und es war auf jeden Fall beeinduckend, das Wasser "herunterdonnern" zu sehen... fast ein wenig unheimlich. Über die Fälle führt eine Hängebrücke und am anderen Ende kann man dann hinabsteigen, so dass man eine tolle Rundumansicht bekommt. Aber unten wird man doch ganz schön nass... klar, ist ja auch Wasser, dass sich nach dem Aufschlagen auf dem Grund ganz gut in alle Richtungen verteilt.







Soweit zu Québec. Jetzt ist es 13 Uhr und es ist Zeit zum Einchecken... Auf zum nächsten Abenteuer, das Montréal heißt!

Donnerstag, 18. Juni 2009

Bye, bye Vancouver

Am Dienstag war es soweit. Meine Tage in Vancouver waren gezählt und es hieß Koffer packen und ab nach Québec City... aber natürlich nicht sang- und klanglos.

Nachdem ich vor einer Woche das Verbot erhalten hatte, irgendwen zu irgendeiner Abschiedsfeier einzuladen, wusste ich, dass da etwas im Busch ist. Allerdings nicht was, wann und mit wem... Das hat mich einiges an Nerven gekostet. Nachdem sich dann am Samstag einige meiner Freunde ganz überzeugend von mir verabschiedet hatten und ich völlig unvorbereitet und perplex war, bin ich anschließend erstmal in Tränen ausgebrochen. Und das war nicht das einzige Mal in den Tagen vor meiner Abreise...

Am Montag Abend wusste ich dann endlich was, wann (gut, das ist natürlich logisch) und mit wem. Myriam, Julie und Yvelise hatten all die Leute, die mir über die Monate ans Herz gewachsen sind, zu einer Abschieds-Surprise-Party für mich eingeladen. Ich war unglaublich glücklich, gerührt und zugleich unheimlich traurig! Das war definitiv das schönste Abschiedsgeschenk, was sie mir machen konnten...!

Am Dienstag Morgen um acht ging dann mein Flieger nach Québec City, wo ich gerade in meinem Hostel sitze. Mehr zu der Stadt gibt's aber erst in meinem nächsten Post... Bis dahin!

Dienstag, 16. Juni 2009

Hoch hinaus...

Wie ich schon mal angedeutet habe, stehen die Chancen nicht schlecht, dass ich vor meiner Abreise einen "Wanderpost" veröffentliche - und hier ist er nun.

Vorgestern haben wir uns auf den Weg gemacht, ein wenig zu "hiken" - wie das Wandern hier genannt wird. Und dafür haben wir uns einen speziellen Wanderweg ausgesucht, den Grouse Grind Trail. Besonders deshalb, weil er auf den Grouse Mountain (der Berg, auf dem ich im Winter Ski fahren war) führt und man das Stück, dass man normalerweise mit der Gondel überbrückt, zu Fuß läuft... oder sollte ich besser "klettert" sagen...?


Da soll's raufgehen!



Unser Ziel: Der Gipfel des Grouse Mountain mit fantastischem Blick über Vancouver
Unsere Aufgabe: 2,9 km Pfad überbrücken, was in diesem Fall 853 Höhenmeter und 2900 "Stufen" bedeutet

Obwohl ich mich als sehr sportlich bezeichnen würde, hatte ich immer so meine Probleme mit meiner Ausdauer, insbesondere beim Treppen steigen. Das klang also genau nach der richtigen Herausforderung für mich... Der Pfad selbst ist ein Waldweg mit mehr oder weniger improvisierten Stufen... Nach ca. 25 Minuten und bereits völliger Erschöfung haben wir dann die erste Markierung erreicht und ich war absolut davon überzeugt, dass es sich bereits um die Häfte handelt... warum auch immer, vielleicht Verzweiflung... ??? Aber nein, es war die "1/4 Mark"... *schluck*, besonders bei dem Hinweis: "ATTENTION HIKERS: You have reached the 1/4 mark of the 'Grouse Grind Trail'. The remainder of the trail is extremely steep and difficult. Proceed at your own risk" - was soviel heißt wie: "Na, da hast du dir ja was eingebrockt! Sieh' zu, wie du da wieder rauskommst!"



Ich war ehrlich gesagt ein bisschen verzweifelt, aber es nützte ja nichts, jetzt hieß es durchhalten! Wir haben die Pausen kurz gehalten, um nicht Motivation für's Weitermachen zu verlieren, und obwohl die restlichen 3/4 eigentlich die anstrengensten sind, ging es ab da besser voran. Relativ schnell haben wir die 1/2 mark und dann die 3/4 mark erreicht. Es war zwar immer noch verdammt anstrengend, aber ich hab mich auf dem Stück wesentlich besser gefühlt. Nach 1 Stunde und 50 Minuten war es dann vollbracht: Wir waren auf dem Gipfel!





Nach einem kleinen Picknick an der Spitze und ein bisschen Ausruhen ging es dann wieder bergab, diesmal allerdings mit der Gondel, da der Pfad (aus Sicherheitsgründen) nicht für den Abstieg zugelassen ist. Worüber ich allerdings nicht wirklich traurig war... ;-)


Welch nützliche Erfindung...!