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Station 2 meiner Reise: Montréal, die größte Stadt der Provinz Québec. Auch diese Stadt ist sehr französisch geprägt. Laut meines Reiseführers sind 'nur' 20 Prozent der Einwohner englischsprachig... aber immerhin mehr als nix. Ich musste mir also hier nicht mehr so viele Gedanken um die Sprache machen.
In meinem Zimmer bin ich auch direkt 'nem deutschen Mädel in die Arme gelaufen... Deutsche sind manchmal wirklich überall. Aber das war super. Wir haben uns auf Anhieb verstanden und sind kurz nach meiner Ankunft auf Erkundungstour gegangen. Leider war das Wetter nicht so gut, wie ich es aus Québec City gewohnt war. Recht schwühl und ziemlich bewölkt.
Da ich früher ein recht großer Formel 1-Fan war, führte kein Weg daran vorbei, die Rennstrecke zu besuchen, den Circuit Gilles Villeneuve. Ich wollte unbedingt ein Foto von mir auf der Zielgeraden haben... blöd nur, wenn man in die falsche Richtung läuft und deshalb fast die gesamte Strecke umrundet... Aber letztendlich hab ich mein Foto bekommen:

Zuvor waren wir noch im Olympiapark der Spiele von 1976. Besonderes Wahrzeichen ist der 'Schiefe Turm von Montréal' als Teil des Olympiastadions. Der Olympiapark an sich ist verschwindend klein, ich war wirklich überrascht. Kein Vergleich zu dem Olympiapark in München (andere Vergleiche habe ich leider auch nicht), aber vielleicht bauen Deutsche einfach immer alles überdimensional im Vergleich zu Kanadiern?!? Die Architektur des Stadions ist aber wirklich schön und interessant, obwohl ich doch etwas schmunzeln musste, als ich gelesen hab, dass der Olympiaturm erst satte elf Jahre nach den Spielen fertiggestellt wurde... da hat sich der Kanadier wohl etwas verkalkuliert... ;-)

Etwas, was man sich in Montréal auf jeden Fall antun sollte, ist die Besteigung des Mont Royal, einem kleinen Berg in der Mitte der Stadt, nach dem sie auch benannt ist. Von der Aussichtsplattform hat man einen wunderschönen Blick auf die Skyline der Stadt, auch wenn ich für das Foto gerne 'Blauen Himmel' angeknipst hätte.

An sich ist der ganze alte Teil der Stadt eine Attraktion für sich mit Pflastersteinstraßen (die ich seit fast neun Monaten nicht mehr gesehen hatte), Steinhäusern, der Basilika Notre-Dame de Montréal, dem Rathaus und noch vielem mehr.

Basilika Notre-Dame de Montréal und 'Pflastersteine' (wie unschwer zu erkennen) ;-)

Das Rathaus
Eine Sache, die ich unbedingt noch sehen wollte, war das 'Habitat 67', eine Wohnanlage, die auf den ersten (eigentlich auch auf den zweiten) Blick unglaublich hässlich, aber dennoch interessant aussieht. Der Komplex ist ist Relikt der Expo '67. Das Konzept hinter dieser Anlage ist, die 'Würfel' dieses Gebäudes so anzuordnen, dass die Privatsphäre gewahrt bleibt und einem niemand in die Fenster gucken kann. Außerdem hat man einen perfekten Blick auf die Skyline zur einen und den St.-Lorenz-Strom zur anderen Seite. Das Habitat '67 gehört immer noch zu den beliebtesten Wohngegenden Montréals.


Alles in allem ist Montréal eine beeindruckende Stadt und durch die vielen Festivals und anderen Veranstaltungen gerade für junge Leute und guter Platz zum Leben. Und sie ist die perfekte Mischung aus europäischer und nordamerikanischer Stadt. Trotzdem hat mir hier irgendwie das 'Highlight' gefehlt.
Ich bin vor einigen Minuten in Montréal, der zweiten Station meines Trips, angekommen. Da ich noch ca. 45 Min. auf's Check-in warten muss, dachte ich, dass ich euch schon mal über die erste Station meiner Reise berichten kann: Québec City, Hauptstadt der Provinz Québec.
Eigentlich dachte ich, dass mich nach fast neun Monaten im Ausland nichts mehr umhauen kann. Gut, ich wurde nicht umgehauen, aber nach meiner Ankunft in Québec habe ich mich so unwohl gefühlt wie lange nicht mehr. Schließlich bin ich noch nie großartig allein gereist und der Abschiedsschmerz saß noch immer tief. Daher bin ich am ersten Abend mehr oder weniger orientierungslos durch die Stadt gelaufen und habe meine Karte verflucht, bis ich dann festgestellt habe, dass nicht die "böse" Karte sondern ich selbst Schuld war an meiner Orientierungslosigkeit... Nachdem ich dann zum Hostel zurückgefunden habe und durch Zufall mit einem Deutschen ins Gespräch kam, war die Welt wieder halbwegs in Ordnung.
Vom Wetter her habe ich ein riesen Glück gehabt (weshalb sich jetzt auch der "Abdruck" meines Rucksacks auf meinen Schultern befindet, ich bin jetzt also braun-weiß gestreift). Nachdem ich mit meiner Hostel-Bekanntschaft am nächsten Morgen noch zwei Stunden ein bisschen durch die Stadt gelaufen bin, war ich wieder "back on track" und konnte mich auf das, was mir bevorstand, wirklich freuen.
Tag 1: Die Stadt
Ich muss sagen, dass es stimmt, was mir meine französischen Freunde in Vancouver gesagt haben. Québec ist wie Saint-Malo. Ja, diese Stadt ist richtig französisch und die einzige, die nördlich von Mexiko City eine noch intakte Stadtmauer besitzt. Trotz kompletter, französischer Beschilderung und Einwohnern, deren Muttersprache Französisch ist, bin ich mit Englisch und ein wenig gebrochendem Französisch ganz gut zurecht gekommen. Ich habe außerdem selten eine so saubere und geordnete Stadt gesehen (oder ist sie vielleicht gar deutsch?). Den ersten Tag habe ich mich eigentlich auschließlich der Stadt gewidmet. Hier ein paar der Eindrücke:

Das Château Frontenac, das meist fotografierte Hotel der Welt


Blick über den St.-Lorenz-Strom

Ab in den unteren Teil der Stadt mit dem Funicular

Wenn das nicht Frankreich ist...

Blick vom Hafen auf die Stadt

Auf der Stadtmauer

Tag 2: Montmorency Falls
Eigentlich wollte ich am zweiten Tag ja die Stadtmauer, auf der man komplett entlang laufen kann, umrunden. Kurz bevor ich aufbrechen wollte, kam ich dann noch mit einer Französin ins Gespräch, die mir den Tipp gab, doch zu den Montmorency Falls, die ca. 7 km nördlich der Stadt liegen, zu fahren. Gesagt, getan.
Die Fälle (obwohl es eigentlich nur einer ist, sind mit über 80 m noch ein ganzes Stück höher als die Niagara Falls, wenn auch mit Sichheit bei Weitem nicht so überwältigend (das werde ich ja dann bald selbst herausfinden). Trotzdem - ich hatte noch nie in meinem Leben "richtige" Wassefälle gesehen und es war auf jeden Fall beeinduckend, das Wasser "herunterdonnern" zu sehen... fast ein wenig unheimlich. Über die Fälle führt eine Hängebrücke und am anderen Ende kann man dann hinabsteigen, so dass man eine tolle Rundumansicht bekommt. Aber unten wird man doch ganz schön nass... klar, ist ja auch Wasser, dass sich nach dem Aufschlagen auf dem Grund ganz gut in alle Richtungen verteilt.



Soweit zu Québec. Jetzt ist es 13 Uhr und es ist Zeit zum Einchecken... Auf zum nächsten Abenteuer, das Montréal heißt!
Am Dienstag war es soweit. Meine Tage in Vancouver waren gezählt und es hieß Koffer packen und ab nach Québec City... aber natürlich nicht sang- und klanglos.
Nachdem ich vor einer Woche das Verbot erhalten hatte, irgendwen zu irgendeiner Abschiedsfeier einzuladen, wusste ich, dass da etwas im Busch ist. Allerdings nicht was, wann und mit wem... Das hat mich einiges an Nerven gekostet. Nachdem sich dann am Samstag einige meiner Freunde ganz überzeugend von mir verabschiedet hatten und ich völlig unvorbereitet und perplex war, bin ich anschließend erstmal in Tränen ausgebrochen. Und das war nicht das einzige Mal in den Tagen vor meiner Abreise...
Am Montag Abend wusste ich dann endlich was, wann (gut, das ist natürlich logisch) und mit wem. Myriam, Julie und Yvelise hatten all die Leute, die mir über die Monate ans Herz gewachsen sind, zu einer Abschieds-Surprise-Party für mich eingeladen. Ich war unglaublich glücklich, gerührt und zugleich unheimlich traurig! Das war definitiv das schönste Abschiedsgeschenk, was sie mir machen konnten...!
Am Dienstag Morgen um acht ging dann mein Flieger nach Québec City, wo ich gerade in meinem Hostel sitze. Mehr zu der Stadt gibt's aber erst in meinem nächsten Post... Bis dahin!
Wie ich schon mal angedeutet habe, stehen die Chancen nicht schlecht, dass ich vor meiner Abreise einen "Wanderpost" veröffentliche - und hier ist er nun.
Vorgestern haben wir uns auf den Weg gemacht, ein wenig zu "hiken" - wie das Wandern hier genannt wird. Und dafür haben wir uns einen speziellen Wanderweg ausgesucht, den Grouse Grind Trail. Besonders deshalb, weil er auf den Grouse Mountain (der Berg, auf dem ich im Winter Ski fahren war) führt und man das Stück, dass man normalerweise mit der Gondel überbrückt, zu Fuß läuft... oder sollte ich besser "klettert" sagen...?

Da soll's raufgehen!

Unser Ziel: Der Gipfel des Grouse Mountain mit fantastischem Blick über Vancouver
Unsere Aufgabe: 2,9 km Pfad überbrücken, was in diesem Fall 853 Höhenmeter und 2900 "Stufen" bedeutet
Obwohl ich mich als sehr sportlich bezeichnen würde, hatte ich immer so meine Probleme mit meiner Ausdauer, insbesondere beim Treppen steigen. Das klang also genau nach der richtigen Herausforderung für mich... Der Pfad selbst ist ein Waldweg mit mehr oder weniger improvisierten Stufen... Nach ca. 25 Minuten und bereits völliger Erschöfung haben wir dann die erste Markierung erreicht und ich war absolut davon überzeugt, dass es sich bereits um die Häfte handelt... warum auch immer, vielleicht Verzweiflung... ??? Aber nein, es war die "1/4 Mark"... *schluck*, besonders bei dem Hinweis: "ATTENTION HIKERS: You have reached the 1/4 mark of the 'Grouse Grind Trail'. The remainder of the trail is extremely steep and difficult. Proceed at your own risk" - was soviel heißt wie: "Na, da hast du dir ja was eingebrockt! Sieh' zu, wie du da wieder rauskommst!"

Ich war ehrlich gesagt ein bisschen verzweifelt, aber es nützte ja nichts, jetzt hieß es durchhalten! Wir haben die Pausen kurz gehalten, um nicht Motivation für's Weitermachen zu verlieren, und obwohl die restlichen 3/4 eigentlich die anstrengensten sind, ging es ab da besser voran. Relativ schnell haben wir die 1/2 mark und dann die 3/4 mark erreicht. Es war zwar immer noch verdammt anstrengend, aber ich hab mich auf dem Stück wesentlich besser gefühlt. Nach 1 Stunde und 50 Minuten war es dann vollbracht: Wir waren auf dem Gipfel!


Nach einem kleinen Picknick an der Spitze und ein bisschen Ausruhen ging es dann wieder bergab, diesmal allerdings mit der Gondel, da der Pfad (aus Sicherheitsgründen) nicht für den Abstieg zugelassen ist. Worüber ich allerdings nicht wirklich traurig war... ;-)

Welch nützliche Erfindung...!
Es ist schon komisch, genau heute in drei Wochen bin ich wieder zu Hause. Mir wird gerade bewusst, wie schnell doch die letzten acht Monate vergangen sind - man hat sich gerade eingelebt und schon ist es so gut wie vorbei! Ich möchte euch daher ein kurzes Update geben, wie meine letzten Wochen hier wahrscheinlich aussehen werden.
Seit letztem Sonntag wohne ich bei Myriam, Julie und Yvelise, nachdem sie mir vor zwei Monaten vorgeschlagen hatten, meine Wohnung zu Ende Mai zu kündigen und die letzten Wochen "mit Freunden zu verbringen". Das habe ich mir nicht zwei Mal sagen lassen und jetzt lebe ich hier mit drei französischen Mädels unter einem Dach (was meinen Sprachkenntnissen auf diesem Gebiet nach wie vor nichts bringt). ;-)
Nächste Woche Freitag werde ich dann meinen letzten Arbeitstag im Coffee Shop haben. Am 16.6. geht es dann in den Flieger nach Québec City. Eine halbe Weltreise - und das, obwohl ich nicht mal das Land verlasse. Aber naja, Kanada halt. Ich werde dort drei Tage bleiben und dann mit dem Zug nach Montréal fahren. Montréal soll eine der schönsten, wenn nicht sogar die schönste Stadt in Kanada sein, ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt. Nach drei Tagen Aufenthalt werde ich dann (wieder per Zug) nach Toronto fahren - mit einem kurzen Zwischenstopp in Ottawa. Wenn man schon direkt dran vorbei fährt, kann man auch kurz aussteigen und ein paar Fotos von der Hauptstadt machen. Dafür bleiben mir so etwa sieben Stunden. In Toronto werde ich dann vier Tage verbringen und einen davon zu den Niagara-Fällen fahren. Und am 26.6. geht es dann von Toronto aus zurück nach Deutschland - ein komisches, aber gutes Gefühl.
Ich hoffe, dass ich während meiner Reise die Zeit finde, den ein oder anderen Blogeintrag zu posten. Wenn nicht, wird das natürlich in Deutschland nachgeholt. Versprochen!
Ich denke, es wird mir auf jeden Fall leicht fallen, meine letzten Wochen in diesem tollen Land in vollen Zügen zu genießen!
Letztes Wochenende haben wir es endlich geschafft Claudia, mit der ich damals im IGA zusammen gearbeitet habe, auf "ihrer" Ranch in Pemberton zu besuchen. Wir - das sind in diesem Fall Barbara, Felix, Myriam, Yvelise und natürlich ich selbst - sind am Sonntag morgen um acht in Vancouver aufgebrochen.
Die Crew

Der Weg ist das Ziel: From Sea to Sky
Der Weg nach Pemberton, das ca. 150 km nördlich von Vancouver liegt, führt über den Highway 99, der auch "Sea to Sky Highway" genannt wird. Deshalb, weil die Route einen entlang der Westküste in die Berge führt.
Station 1: Whistler
Da Whistler auf dem direkten Weg nach Pemberton liegt und Claudia sowieso den Tag über noch am Arbeiten war, haben wir den Sonntag hauptsächlich in Whistler und Umgebung verbracht. Whistler-Blackcomb - passionierte Skifahrer werden es vielleicht wissen -, gehört zu den bekanntesten Skigebieten Nordamerikas. Ich als Nicht-Skifahrer hatte davon vor meiner Zeit hier in Kanada natürlich noch nichts gehört. Nächstes Jahr wird Whistler außerdem Co-Host der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver sein.



Whistler kann man sich vorstellen wie ein kleines Bergdorf, alles sehr niedlich und klein, allerdings - und wen wundert's - unglaublich kommerziell. Die Stadt selbst war zwar nett anzuschauen, aber trotzdem nicht wirklich reizvoll.
Station 2: Green Lake
Da das Wetter wirklich fantastisch war, sind wir nachmittags (nachdem wir ca. zwei Stunden gebraucht haben, um einen fast schon kalten Burger zu essen) zum Green Lake gefahren, etwa zehn Autominuten von Whistler entfernt. Und ich kann nur sagen: Das war wirklich CANADA AT ITS BEST!!! See im Vordergrund, Berge im Hintergrund und zwei Franzosen und drei Deutsche mittendrin - naja, nun nicht im See, aber in der Natur. Es war einfach unglaublich! Ohne Worte...



Station 3: Pemberton oder besser: In the middle of nowhere
Am späten Nachmittag sind wir dann Richtung Pemberton aufgebochen... naja, eigentlich nicht ganz. Claudia wohnt noch eine knappe halbe Stunde von Pemberton entfernt, in the middle of no-, no-, nowhere! Ich hab mich unglaublich gefreut, sie nach über zwei Monaten wiederzusehen und zu schauen, wie sie so lebt auf ihrer Pferde-Ranch. Sie ist wirklich glücklich dort, weil sie den ganzen Tag das machen kann, was ihr Spaß macht: mit Pferden arbeiten! Der Blick aus ihrem Appartment ist auch unglaublich. Leider hab ich nur ein Foto vom nächsten Morgen als es am Regnen war. Aber selbst im Regen konnte man nur staunen:

Am nächsten Morgen ging es schon früh wieder zurück: Claudia musste um acht arbeiten. Barbara und Felix haben uns dann in Whistler abgesetzt und sind zurück nach Vancouver, weil auch Felix arbeiten musste. Wir anderen haben dann noch einen mehr oder weniger verregneten Tag in Whistler verbracht, der auf Grund des Wetter nicht wirklich ergiebig war. Das hat dem Trip aber keinen Abbruch getan! Es war einfach ein wunderschönes Wochenende! :-)